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Mitteilung des Instituts

Dienstag, 06.04.2021

FRÜHLINGSERWACHEN!
29. Brahms-Festival vom 30. April bis 9. Mai 2021

[von Wolfgang Sandberger]

Etwas trotzig haben wir hinter das Motto des diesjährigen Brahms-Festivals ein Ausrufungszeichen gesetzt! Zu groß ist die Sehnsucht nach einem musikalischen Frühling, dem Erwachen aus dem pandemiebedingten kulturellen Winterschlaf. Der Frühling steht für die Hoffnung, mit einem Mal sieht die Welt ganz anders aus: »Ich träumte von bunten Blumen / So wie sie wohl blühen im Mai / Ich träumte von grünen Wiesen / Von lustigem Vogelgeschrei« – so singt der einsame Winterwanderer in Schuberts Frühlingstraum. Doch über den Wandel der Natur hinaus weckt der Frühling auch künstlerische, ja sogar politische Assoziationen. Er verfügt über eine enorme metaphorische Kraft, als Vision gegen die menschliche Distanz, gegen ästhetische »Eiszeiten« oder »kalte Kriege«.

Unter diesen Vorzeichen haben wir Programme entwickelt, die für uns in diese Zeit gehören: Im Mittelpunkt des Sinfoniekonzerts in der MuK steht die Frühlingssinfonie von Robert Schumann. Die Abendprogramme folgen einer eigenen Dramaturgie: Im Eröffnungskonzert erwacht die Musik aus 4’33’’ von John Cage bis hin zu den Eisblumen von Heinz Holliger. Über die Themenabende »Fernweh«, »Dis-Tanz«, »Musenkuss« oder »(Gem)einsam« geht es ins Finale: »Ins Freie« unter anderem mit dem Gassenhauer-Trio von Beethoven.

Schon jeder Festivalmorgen beginnt übrigens in St. Jakobi mit der Reihe »Aufgeweckt!«. Könnte ein Morgen an einem schöneren Ort starten? Dann eine Tasse Tee oder ein Cappuccino im (sonnigen!) Freien, kurz zur Arbeit und mittags wieder ins Behnhaus Drägerhaus zu der so erfolgreichen Streichquartett-Serie: In diesem Jahr mit Mozart, Berg und Schönberg. Nur auf die Villa Brahms müssen wir leider verzichten – sie wird derzeit restauriert.

Seien Sie versichert: Die Musikerinnen und Musiker der Musikhochschule brennen alle darauf, wieder für Sie zu spielen. Wir träumen also vom musikalischen Frühling und hoffen, dass unser Traum nicht wie in Schuberts Frühlingstraum als Seifenblase zerplatzt: »Und als die Hähne krähten / Da ward mein Auge wach / Da war es kalt und finster / Es schrieen die Raben vom Dach.« Deshalb haben wir die Situation der Pandemie im Blick: kürzere Programme (ohne Pause), kleinere kammermusikalische Formationen, wobei die Konzerte aus dem Großen Saal auf jeden Fall auch gestreamt werden.

»Frühlingserwachen!« – das Motto weckt bei vielen vielleicht auch Assoziationen zu Frank Wedekinds Schauspiel Frühlings Erwachen. Dort heißt es an einer Stelle: »Ich kann mich nicht länger der Überzeugung verschließen, dass es endlich an der Zeit wäre, irgendwo ein Fenster zu öffnen.« Öffnen wir es.

Das komplette Festivalprogramm sowie die Informationen zum Kartenvorverkauf ab 19. April, zu aktuellen Hygienevorgaben und zum Streaming der Abendschiene finden Sie hier.


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