adressbuch_header_23.jpg
de gb

Beziehungszauber

Johannes Brahms – Künstlerfreund und Frauenliebling

Die vielfältigen Beziehungen von Johannes Brahms zu Freunden, Kollegen und nicht zuletzt zu den von ihm verehrten Frauen stehen im Mittelpunkt der Schau, die erstmals zum 20. Jubiläum des Instituts gezeigt wurde. 10 Jahre später wird sie noch einmal grundlegend überarbeitet und erstmalig online präsentiert. Damit trägt das Brahms-Institut nicht nur der Pandemiesituation und den Anfang 2021 in den Räumlichkeiten der Villa Brahms stattfindenden Restaurierungsarbeiten Rechnung. Es ist gleichzeitig ein weiterer wichtiger Schritt in der seit 2003 verfolgten Digitalisierungsstrategie des Instituts.

Wertvolle Musikhandschriften, Widmungswerke, Briefe und Fotografien aus der Lübecker Sammlung zeichnen das Beziehungsgeflecht rund um den Komponiaten nach. »Aus dem Zusammenspiel der Exponate ergibt sich für den Besucher ein dynamisches Brahms-Bild, das durch den Blick auf sein Netzwerk neue, auch überraschende Konturen erhält.«, so Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, der Leiter des Instituts. Besonders reizvoll entfaltet sich der »Beziehungszauber» beim Betrachten der Fotos von Damenbekanntschaften des ewigen Junggesellen Brahms, die teils intime Grußzeilen auf den Rückseiten ihrer Portraits notierten.

Zudem konzentriert sich die Ausstellung auf Widmungskompositionen von engsten Freunden (Joseph Joachim, Clara Schumann u. a.) und verehrenden Kollegen (Johann Strauss, Hans Huber, Carl Reinthaler u. a.) – auf Werke also, in denen sich Brahms spiegelt. Häufig lassen sich die Widmungswerke auf bevorzugte Gattungen bzw. populäre Kompositionen von Brahms beziehen, wie etwa seine Ungarischen Tänze WoO 1oder Walzer op. 39. Auch bedeutende grafische Arbeiten wie die beeindruckende Brahms-Phantasie von Max Klinger sind in die Schau einbezogen. Im gründerzeitlichen Wintergarten der Villa Eschenburg präsentiert das Institut zudem verschiedene Brahms-Büsten: von den naturalistischen Bildnissen Tilgners und Küchlers, die noch zu Brahms’ Lebzeiten gefertigt wurden, bis hin zu den eigenwilligen Lösungen von Arno Breker und Milan Knobloch, die im ausgehenden 20. Jahrhundert entstanden.


^