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a BRIEF history

Eine Reise in die Kulturgeschichte des Briefes

Die Ausstellung »a BRIEF history« lädt vom 13. September bis zum 17. Oktober 2020 im Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck zu einer Entdeckungsreise durch rund 800 Jahre Kulturgeschichte des Briefes ein. Erstmalig kooperieren 13 Museen, Archive und Sammlungen der Hansestadt Lübeck und geben mit der gemeinsamen Ausstellung Einblick in ihren breit gefächerten Sammlungsschatz. »a BRIEF history« ist die erste Veranstaltung im Rahmen von Lübeck hoch 3 (LH³), einem Projekt der Musikhochschule Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck.

Die Botschaft eines Briefes beginnt bereits bei der Entscheidung, welches Papier, welches Format und welches Schreibgerät gewählt wird. Der Brief als Objekt erzählt oft viel mehr, als der reine textliche Inhalt vermittelt. So liegt der Schwerpunkt der Ausstellung auf dem Aspekt der Materialität, wie Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts und einer der Kuratoren, erläutert: »Briefe faszinieren – und zwar nicht nur durch ihre Botschaften, sondern auch als Objekte in ihrer Materialität«. Mitkuratorin Teresa Cäcilia Ramming, Doktorandin und Volontärin am Brahms-Institut, ergänzt: »Der Geruch von Papier und Tinte, das Kratzen einer Feder auf Pergament, der Anblick von frisch auf Papier gebrachten Worten, die Hitze von Siegelwachs oder der Geschmack vom Klebstoff einer Briefmarke: Briefe sind eine sinnliche Sache.«

»a BRIEF history« vereint Exponate aus 13 Lübecker Institutionen. Beteiligt sind die im Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) zusammengeführten Einrichtungen, die Musikhochschule (MHL) sowie das TheaterFigurenMuseum Lübeck. Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen zur Bedeutung dieser erstmaligen Kooperation: »Die Ausstellung und der Katalog zeigen auf beindruckende Art und Weise die Breite und Qualität der Lübecker Sammlungen. Das gilt für die Museen, das Archiv und die Bibliothek. Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich hier die Stärke einer aus einem reichen historischen Fundus schöpfenden städtischen kulturellen Tradition.«

Weit über ihren regionalen Bezug hinaus stehen Kaufmannsbriefe der Hansezeit und Briefe aus dem Umfeld der Lübecker Dichter Emanuel Geibel, Thomas Mann und Günter Grass repräsentativ für wichtige Aspekte in der Historie des Briefeschreibens. Der Rundgang durch den klassizistischen Gartensaal der Villa Brahms beginnt jedoch bereits bei archäologischen Wachstafel-Funden aus dem 14. Jahrhundert. Es folgen eine päpstliche Pergamenturkunde mit Siegel sowie ein opulenter Adelsbrief der Frühen Neuzeit. Aus der Blütezeit im 19. Jahrhundert stammt zum Beethoven-Jubiläumsjahr ein doppelt gesiegelter Brief des Komponisten. Über Typoskripte aus dem industriellen Zeitalter des Lübecker Hochofenwerks Herrenwyk wird der Blick schließlich bis hin zu den digitalen Medien geleitet. Einen geografisch-ethnologisch interessanten Abstecher stellen exotische Exponate wie etwa ein Drohbrief mit angehängten Miniaturwaffen der indonesischen Batak dar.

Während in den Vitrinen der Villa Brahms die Objekte in ihrer Beschaffenheit beeindrucken, sind an den Hörsäulen ergänzend die Brieftexte zu erleben, eingelesen von Rachel Behringer und Andreas Hutzel aus dem Schauspiel-Ensemble des Theater Lübeck. Zur Ausstellung erscheint zudem ein Katalog, in dem die hochwertig abgebildeten Exponate von Autorinnen und Autoren der einzelnen Institutionen essayistisch und mit Transkriptionen begleitet werden (et+k München, Preis: 19,90 Euro, ISBN 978-3-96707-403-1).

Die Idee zur Ausstellung »a BRIEF history« entstand bei den Planungen zur Summerschool, die das ZKFL alle drei Jahre veranstaltet. Vom 13. bis zum 20. September widmet sie sich in diesem Jahr dem Thema »Brief – Strukturen einer Kulturtechnik«. Die Forschungsarbeit des ZKFL wird an den beteiligten Instituten, Museen und Einrichtungen durchgeführt und praktiziert ein von Objekten ausgehendes materiales Denken.

»a BRIEF history« ist die erste Veranstaltung im Rahmen von Lübeck hoch 3 (LH³), einem Projekt der Musikhochschule Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck. Gemeinsames Ziel ist es, die Vernetzung der Hochschulen mit der Gesellschaft in Lübeck zu vertiefen und die Ergebnisse und den Wert von Wissenschaft und Kultur bürgernah zu vermitteln. Im Zuge dieses Projekts wurde die Schau von der Possehl-Stiftung Lübeck großzügig unterstützt.


BITTE BEACHTEN SIE:

  • Während des gesamten Besuchs in der Villa Brahms ist ein Mund- und Nasenschutz zu tragen.
  • Handdesinfektionsmittel steht im Eingangsbereich bereit.
  • Halten Sie sich bitte zudem an die Abstandsregel von 1,5 m.
  • Personen mit Atemwegssymptomen und / oder Anzeichen von Fieber dürfen das Gebäude nicht betreten.
  • Aufgrund einer Begrenzung der maximal zulässigen Personenanzahl kann es unter Umständen zu Wartezeiten kommen.



Impressionen
Titel:
a BRIEF history
Eine Reise in die Kulturgeschichte des Briefes

Öffnungszeiten:
13. September bis 17. Oktober 2020,
täglich 14 bis 18 Uhr

Erste Eröffnung:
13.09.2020

Konzeption:
Prof. Dr. Wolfgang Sandberger,
Teresa Cäcilia Ramming
unter Mitarbeit von Stefan Weymar

In Kooperation mit:
Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) | >>Info
Lübeck hoch 3 (LH³) | >>Info

Leihgeber:
Archiv der Hansestadt Lübeck, Hansestadt Lübeck Bereich Archäologie und Denkmalpflege, Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck, Buddenbrookhaus, Europäisches Hansemuseum, Günter Grass-Haus, Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kunsthalle St. Annen, Museum Behnhaus Drägerhaus, St. Annen-Museum, Stadtbibliothek Lübeck, TheaterFigurenMuseum Lübeck und Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck


Der Katalog ist erhältlich bei:
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