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Fixstern Beethoven

Das Vorbild als Büste im Nacken ...

Weitere Informationen

Titel:
Fixstern Beethoven
Das Vorbild als Büste im Nacken ...

Erste Eröffnung:
27.07.2012 – 18:00 Uhr

Kurator:
Stefan Weymar M. A.

Kein Katalog

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck zeigte im Frühjahr 2013 eine Sonderausstellung zu Beethoven und Brahms. Die Schau in der Villa Eschenburg präsentierte begleitend zum Brahms-Festival bedeutende Exponate der Instituts-Sammlung.

Auch Johannes Brahms musste sich zunächst an der Musik Beethovens messen lassen, wollte er als Komponist von Sinfonien, Kammermusik oder Klavierson­aten ernst genommen werden. Der Blick in sein Wiener Musikzimmer zeigt, dass er das verehrte Vorbild als Büste buchstäblich im Nacken hatte, wenn er am Klavier saß und komponierte. Dabei war der große Wiener Klassiker für Brahms nicht allein inspirierender Ansporn, sondern auch hemmende Last.

Zu den in der Ausstellung gezeigten Quellen gehören ein autografer Beethoven-Brief, die Partitur der achten Sinfonie aus Brahms' Besitz, Hans von Bülows »musikalisches Glaubensbekenntnis« sowie Programmzettel und Fotografien. Die Schau lenkt den Blick zunächst auf Brahms' erste Sinfonie, mit der sich der Komponist schwer tat. Unter dem belastenden Vorbild Beethovens wurde ihm das Werk zu einer »Sache auf Leben und Tod«. Der Dirigent Hans von Bülow war dann aber von der ›Ersten‹ so begeistert, dass er sie überschwänglich als »Beethovens Zehnte« bezeichnete. Mehrfach ist Brahms als Beethoven-Interpret in Erscheinung getreten. Programmzettel dokumentieren seinen Einsatz als Pianist und Dirigent für die Werke des verehrten Meisters.

Nicht zuletzt Liszts und Schumanns Engagement ist es zu verdanken, dass 1845 – zum 75. Geburtstag Beethovens – endlich das erste Beethoven-Denkmal eingeweiht werden konnte: Ernst Hähnels Bonner Denkmal wird Schumanns musikalischem »Monument für Beethoven« – der Fantasie op. 17 – gegenüber gestellt, die Brahms bei seinem ersten Wiener Konzert im November 1862 selbst als Pianist aufgeführt hat.

Die Ausstellung gibt außerdem einen Überblick über die Beethoven-Bildnisse im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert: Von der ersten Porträt-Büste Franz Kleins (1812), die den 42-jährigen Komponisten zeigt, über das Wiener Denkmal von Kaspar Zumbusch (1880) bis hin zum spektakulären »Beethoven« von Max Klinger, der den Komponisten als Künstlergenie feiert.